iSFP Energieberatung: Was ist das und wie ergänzt FörderCheckPro den Workflow?
iSFP Energieberatung erklärt: Definition, Abgrenzung zur Fördermittel-Software, Voraussetzungen an zertifizierte Energieberater und Workflow-Ergänzung.
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein auf ein Gebäude zugeschnittener, mehrstufiger Modernisierungsplan, den ausschließlich ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) erstellen darf. Er dient als Grundlage für die BAFA-Förderung der Vor-Ort-Beratung (50 % der Beratungskosten, max. 650 € für EFH/ZFH bzw. 850 € ab 3 WE; Stand 2026) und erhöht die BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen um +5 Prozentpunkte (z. B. von 15 % auf 20 % bei Dämmung). Zusätzlich verdoppelt ein iSFP die förderfähige Kostengrenze für BAFA-Einzelmaßnahmen auf 60.000 € je Wohneinheit.
FörderCheckPro ist keine iSFP-Erstellungs-Software und ersetzt nicht die zertifizierte Energieberatung. Die Plattform ist ein Workflow-Tool für Energieberater, Modernisierungsberater und Finanzierungspartner, das Fördermittel identifiziert, Zuschusshöhen berechnet und Sanierungsstrategien wirtschaftlich bewertet – auf Basis bestehender Energieausweise, Verbrauchsdaten oder durch Cleo (KI-gestützte Beratungsassistenz). Im typischen Beratungsprozess liefert FörderCheckPro die Grundlage für die spätere iSFP-Ausarbeitung durch den EEE.
Häufige Fragen
Wie lange ist ein erstellter iSFP gültig?
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) bleibt 15 Jahre lang gültig ab dem Ausstellungsdatum. Während dieser gesamten Frist können Sie die darin empfohlenen Einzelmaßnahmen mit dem +5 % iSFP-Bonus bei der BAFA fördern, sofern die Maßnahme im iSFP dokumentiert ist und die Förderkriterien erfüllt sind. Nach 15 Jahren erlischt die Gültigkeit — eine Neuerstellung ist erforderlich, wenn Sie weiterhin den iSFP-Bonus nutzen möchten.
Hinweis: Praktischer Tipp: Ein iSFP von 2019 ist noch bis 2034 gültig. Zwischenzeitliche Maßnahmen-Preisanpassungen oder Förderquoten-Änderungen ändern nicht an der Validität — Sie nutzen weiterhin den iSFP als Nachweis der technischen Planung.
Welche Kosten entstehen für die iSFP-Erstellung und wie werden sie gefördert?
Die iSFP-Erstellung wird über das BAFA-Programm Energieberatung für Wohngebäude (EBW) gefördert. Die Förderung beträgt 50 % des förderfähigen Beratungshonorars, maximal jedoch:
- €650 für Einfamilien-/Zweifamilienhäuser (1–2 Wohneinheiten)
- €850 für Mehrfamilienhäuser ab 3 Wohneinheiten
- €250 Zusatzbetrag für die Vorstellung des iSFP in der WEG-Eigentümerversammlung (optional)
Die tatsächlichen Marktpreise für eine iSFP-Erstellung liegen typisch zwischen €1.000 und €2.500, je nach Gebäudegröße und Komplexität. Sie zahlen zunächst die volle Rechnung an den Energieberater und beantragen die BAFA-Förderung im Anschluss über das BAFA-Portal. Der Zuschuss wird Ihnen erstattet.
Wer darf einen iSFP erstellen — welche Qualifikation ist erforderlich?
Nur zugelassene Energieeffizienz-Experten (EEE) dürfen einen iSFP erstellen. Diese sind in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) auf der Website energie-effizienz-experten.de registriert. Die Anerkennung als EEE setzt voraus, dass der Experte eine anerkannte Fachausbildung (Architekt, Ingenieur, Handwerkmeister o.ä.) abgeschlossen hat und regelmäßig Schulungen zur energetischen Gebäudesanierung nachweist.
Tipp: Vor Beauftragung prüfen: Geben Sie in
energie-effizienz-experten.deIhre Postleitzahl ein und filttern Sie nach 'iSFP' und 'Energieberatung Wohngebäude'. So finden Sie autorisierte Berater in Ihrer Region mit Nachweisen ihres Leistungsangebots.
Warum wird der iSFP-Bonus von 5 % nicht bei der KfW-Heizungsförderung (KfW 458) gewährt?
Der iSFP-Bonus von +5 % gilt ausschließlich für BAFA-Einzelmaßnahmen — also für Gebäudehülle (Fassade, Dach, Fenster) und Anlagentechnik wie Heizungsoptimierung, Lüftungsanlagen oder Solarthermie. Der KfW-Heizungstausch (KfW 458) ist ein separates Förderprogramm mit eigenen Bonusregelungen (Klimageschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus, Effizienzbonus), aber kein iSFP-Bonus.
Hintergrund: KfW 458 ist ein schnelles Heizungs-Zuschuss-Programm ohne verpflichtende Fachplanung. Die BAFA-Einzelmaßnahmen erfordern dagegen einen EEE und sind in einen iSFP-Plan eingebunden — daher der zusätzliche 5 %-Bonus als Anreiz für langfristige, koordinierte Sanierung.
Beispiel: Smart-Kombi-Beispiel: Sie nutzen einen iSFP, fördern die Fassadendämmung über BAFA mit +5 % iSFP-Bonus, und parallel nutzen Sie KfW 458 für den Heizungstausch (ohne iSFP-Bonus, aber mit Klimageschwindigkeitsbonus). Beide Programme greifen ineinander und sind kombinierbar — nur die iSFP-Bonuslogik ist auf BAFA EM beschränkt.
Wann sollte ich einen iSFP erstellen lassen — vor oder nach einzelnen Sanierungsmaßnahmen?
Der iSFP sollte vor der ersten Sanierungsmaßnahme erstellt werden, wenn Sie mehrere Maßnahmen geplant haben. Der iSFP dokumentiert den Ausgangszustand des Gebäudes und empfiehlt eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsreihenfolge über mehrere Jahre. Dadurch können Sie von Anfang an den +5 % iSFP-Bonus nutzen.
- Ideal: iSFP vor Antragstellung für die 1. Maßnahme
- Auch möglich: iSFP vor der 2. Maßnahme, dann greift der Bonus ab dieser Maßnahme
- Nicht empfohlen: iSFP nach allen Maßnahmen — dann ist der Bonus vertan und der Plan rein dokumentarisch
Achtung: Wichtig: Ist ein iSFP vorhanden und werden weitere Maßnahmen geplant, darf die nächste Sanierung nicht isoliert geplant werden. Sie müssen den vorhandenen iSFP bei weiteren BAFA-Anträgen nennen, damit die Förderung korrekt kalkuliert wird und der +5 %-Bonus automatisch greift.
Wie unterscheidet sich der iSFP von einer Standard-Energieberatung?
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist mehr als eine allgemeine Energieberatung. Er enthält:
- Detaillierte Gebäudediagnose: U-Werte, Heizlast, Energiebedarf des Ist-Zustands
- Konkrete Einzelmaßnahmen: Fassade, Fenster, Dach, Kellerdecke, Heizung mit technischen Spezifikationen
- Priorisierte Reihenfolge: Welche Maßnahme wann für wirtschaftliche Effizienz sinnvoll ist (z.B. Hülle vor Technik, oder parallel)
- Kostenangaben und Förderquoten: Investitionen, zu erwartende Einsparungen, mögliche Fördermittel
- Zielstandard: Angabe, welcher KfW-Effizienzhaus-Standard erreichbar ist
Eine allgemeine Energieberatung gibt Tipps zur Effizienzsteigerung (z.B. Stoßlüften, Heizungscheck), berät aber nicht zu konkreten Investitionen und Sanierungsplanung. Der iSFP ist das professionelle Planungsinstrument für strukturierte, mehrstufige Sanierung und die Grundlage für BAFA-Förderung mit dem iSFP-Bonus.
Wo wird der iSFP eingereicht — muss ich ihn beim BAFA oder KfW hochladen?
Der iSFP wird direkt bei der BAFA eingereicht, wenn Sie eine Einzelmaßnahme über BAFA fördern möchten. Die Vorgehensweise ist:
- Energieeffizienz-Experte erstellt iSFP + unterzeichnet Förderfähigkeitsbescheinigung (nur bei BAFA möglich)
- Sie laden den iSFP-Bericht als PDF im BAFA-Online-Antrag hoch (z.B. für Gebäudehülle oder Heizungsoptimierung)
- Alternativ: iSFP-Dateienummer (falls digital registriert) ins Antragsformular eintragen
- BAFA prüft, ob die Maßnahme im iSFP dokumentiert ist und gewährt automatisch den +5 % Bonus
Hinweis: KfW 261 (Effizienzhaus-Sanierung): Die iSFP ist nicht verpflichtend, aber empfohlen. Ein Effizienzhaus-Plan (Sanierungskonzept) durch den EEE ersetzt die iSFP. Der iSFP-Bonus +5 % ist bei KfW 261 nicht vorgesehen (KfW hat eigene Bonus-Regeln wie WPB, SerSan). Der iSFP hat bei KfW 261 vor allem dokumentarischen Wert für die langfristige Sanierungsstrategie.