Sanierungsfahrplan KfW (iSFP): Kosten, Bonus und wann er Pflicht wird

Sanierungsfahrplan KfW (iSFP): Alles zu Kosten, iSFP-Bonus, Pflichtfällen und Erstellung durch Energieberater. Mit BEG-Fördersätzen und Beispielrechnung.

Der individuell erstellte Sanierungsfahrplan (iSFP) ist das zentrale Planungsinstrument für energetische Modernisierungen im Wohngebäudebestand. Er wird von zertifizierten Energieberatern erstellt und bildet die Grundlage für gestaffelte Sanierungen über mehrere Jahre – fördertechnisch honoriert durch den iSFP-Bonus von +5 Prozentpunkten bei allen BEG-Einzelmaßnahmen und Effizienzhaus-Programmen. Stand 2026 ist der iSFP in bestimmten Förderkonstellationen zwingend vorgeschrieben, etwa für Effizienzhaus Denkmal (KfW 261) oder bei Worst-Performing-Buildings (WPB) ab 2027.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was der Sanierungsfahrplan kostet, wann er Pflicht ist, wie Sie ihn erstellen lassen und welche Fördersätze durch den iSFP-Bonus möglich sind. Alle Angaben basieren auf der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und BAFA-Energieberatung für Wohngebäude, Stand 2026.

Was ist der Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein schriftliches Beratungsdokument nach DIN V 18599 oder DIN V 4108-6, das von einem bei der dena oder BAFA gelisteten Energieberater erstellt wird. Er analysiert den energetischen Ist-Zustand eines Wohngebäudes und entwickelt daraus einen Maßnahmenfahrplan für 15–20 Jahre, der schrittweise Sanierungen mit Prioritäten, Kosten und Einsparpotenzialen aufzeigt.

Bestandteile eines iSFP (Stand 2026)

  • Bestandsanalyse: Gebäudehülle, Anlagentechnik, aktueller Primärenergiebedarf (Q_p), Endenergiebedarf, CO₂-Emissionen
  • Zielszenario: Empfohlener Effizienzhaus-Standard (z. B. EH 70, EH 55) mit prognostizierten Einsparungen
  • Maßnahmenfahrplan: Drei bis fünf Einzelmaßnahmen in zeitlicher Staffelung, z. B. Fenster → Dämmung Dach → Heizungstausch
  • Kosten- und Förderkalkulation: Investitionskosten, BEG-Zuschusshöhen, Amortisationszeiten
  • iSFP-Urkunde (Formblatt): Zweiseitiges Dokument mit Maßnahmen-IDs, das für den iSFP-Bonus beim Antrag eingereicht wird

Der iSFP ist kein Energieausweis und ersetzt diesen nicht. Er geht jedoch weit über den Energieausweis hinaus, indem er konkrete Handlungsempfehlungen, Förderwege und Prioritäten definiert.

Sanierungsfahrplan Kosten: Was zahlen Immobilienbesitzer?

Die Kosten für die Erstellung eines iSFP liegen üblicherweise zwischen 800 und 2.000 Euro (brutto), abhängig von Gebäudegröße, Komplexität und regionalem Beraternetzwerk. Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche kostet typischerweise 1.200–1.500 Euro, ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten 2.000–3.000 Euro.

BAFA-Förderung für die iSFP-Erstellung

Die Erstellung des iSFP wird durch das Programm BAFA Energieberatung für Wohngebäude bezuschusst:

BAFA-Förderung für iSFP-Erstellung, Stand 2026

GebäudetypZuschuss BAFAEigenanteil (ca.)
Ein-/Zweifamilienhaus80 % der Kosten, max. 1.300 €260–400 €
Mehrfamilienhaus (ab 3 WE)80 % der Kosten, max. 1.700 €300–500 €

Tipp: Praxis-Tipp: Energieberater rechnen meist direkt mit der BAFA ab (Abtretungserklärung). Sie zahlen dann nur den Eigenanteil von 20 %, typischerweise 300–500 € nach Fertigstellung.

Die BAFA-Förderung deckt auch die Vor-Ort-Begehung, Datenaufnahme, Berechnungen nach DIN V 18599, Erstellung des Berichts und das Beratungsgespräch ab. Voraussetzung: Das Wohngebäude muss älter als zehn Jahre sein und darf maximal zwei Wohneinheiten haben (für EFH/ZFH) bzw. ab drei Wohneinheiten gelten höhere Zuschüsse.

Sanierungsfahrplan Pflicht: Wann ist ein iSFP zwingend erforderlich?

Stand 2026 ist der iSFP in folgenden Förderfällen zwingend vorgeschrieben (keine Kann-Option, sondern Pflichtvoraussetzung):

  1. Effizienzhaus Denkmal (KfW 261): Für die Förderung von denkmalgeschützten Gebäuden ist der iSFP seit 2024 Pflicht.
  2. Worst-Performing Buildings (WPB) ab 2027: Gebäude, die zu den energetisch schlechtesten 15 % des Bestands zählen (Energieausweis G oder H), benötigen für alle BEG-Förderungen einen iSFP.
  3. Serielle Sanierung (KfW 261): Pilotprojekte mit vorgefertigten Fassaden-/Dachmodulen setzen einen iSFP oder vergleichbares Sanierungskonzept voraus.

Hinweis: Wichtig: Für Effizienzhaus 70, 55, 40 (KfW 261) und BEG Einzelmaßnahmen (KfW 458, BEG EM) ist der iSFP optional, bringt aber den 5-%-Bonus. Für Standard-Heizungstausch oder Dämmung ohne Bonus ist er nicht zwingend.

Keine allgemeine Sanierungspflicht für Bestandshalter

Es gibt Stand 2026 keine generelle gesetzliche Pflicht, einen Sanierungsfahrplan für alle Wohngebäude zu erstellen. Die Pflicht besteht nur, wenn Sie Fördermittel für Effizienzhaus Denkmal oder WPB-Gebäude beantragen möchten. Außerhalb der Förderung können Sie jederzeit auch ohne iSFP sanieren – verzichten dann jedoch auf den iSFP-Bonus.

iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte bei BEG-Förderung

Der iSFP-Bonus erhöht die Fördersätze in allen BEG-Programmen um 5 Prozentpunkte, sofern die umgesetzte Maßnahme im Sanierungsfahrplan empfohlen und innerhalb von 15 Jahren nach iSFP-Erstellung realisiert wird.

Fördersätze BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM) mit iSFP-Bonus

BEG EM Fördersätze mit iSFP-Bonus, Stand 2026

MaßnahmeBasis-Fördersatz+ iSFP-BonusMax. Fördersumme
Dämmung Außenwand/Dach15 %20 %60.000 € förderfähig
Fenster/Außentüren15 %20 %60.000 € förderfähig
Heizungsoptimierung (ohne Tausch)15 %20 %30.000 € förderfähig
Wärmepumpe (self-install, ohne GEG-Pflicht)30 %35 %30.000 € förderfähig

Beispiel: Dachdämmung mit iSFP-Bonus Investition: 24.000 € (brutto) für 180 m² Aufsparrendämmung (U-Wert 0,14 W/m²K). Ohne iSFP: 15 % Förderung = 3.600 €. Mit iSFP: 20 % Förderung = 4.800 €. Mehrwert durch iSFP-Bonus: 1.200 € – deutlich mehr als die iSFP-Kosten (Eigenanteil 300–400 €).

Fördersätze Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) mit iSFP-Bonus

KfW 261 Tilgungszuschüsse mit iSFP-Bonus, Stand 2026

StandardBasis-Tilgungszuschuss+ iSFP-BonusMax. Kreditsumme
Effizienzhaus 855 %10 %120.000 €/WE
Effizienzhaus 7010 %15 %120.000 €/WE
Effizienzhaus 5515 %20 %120.000 €/WE
Effizienzhaus 4020 %25 %120.000 €/WE
Effizienzhaus Denkmal25 %30 %120.000 €/WE

Der iSFP-Bonus wird beim Antrag durch Hochladen der iSFP-Urkunde (Formblatt) nachgewiesen. Die Urkunde enthält eine eindeutige Maßnahmen-ID und Gültigkeitsdauer (15 Jahre ab Erstellung). Der Energieberater stellt die Urkunde nach Abschluss der BAFA-geförderten Beratung aus.

Sanierungsfahrplan erstellen lassen: Ablauf und Energieberater-Auswahl

Die Erstellung eines iSFP ist nur durch zertifizierte Energieberater möglich, die in der dena-Expertenliste oder BAFA-Energieberaterliste geführt werden. Der typische Ablauf umfasst fünf Schritte:

  1. Energieberater finden: Suche über die dena-Expertenliste (www.energie-effizienz-experten.de) oder BAFA-Portal, Filterung nach Postleitzahl und Qualifikation (Energieberatung Wohngebäude).
  2. Erstgespräch und Angebot: Telefonische Abstimmung zu Gebäudedaten, Sanierungszielen, Kostenrahmen. Der Berater erstellt ein Angebot inkl. BAFA-Förderung.
  3. BAFA-Antrag: Der Energieberater stellt den Förderantrag vor Vertragsschluss im BAFA-Portal. Wartezeit ca. 2–4 Wochen bis zur Zuwendungsbescheid.
  4. Vor-Ort-Termin: Begehung des Gebäudes (2–4 Stunden), Aufmaß, Fotodokumentation, Datenaufnahme (Baujahr, U-Werte, Heizungsanlage, Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre).
  5. iSFP-Erstellung und Abschlussgespräch: Der Berater erstellt den schriftlichen Bericht (40–80 Seiten) und die iSFP-Urkunde. Im Abschlussgespräch (ca. 90 Minuten) werden Maßnahmen, Kosten, Förderwege und Prioritäten erläutert.

Tipp: Zeitrahmen: Vom Erstgespräch bis zur fertigen iSFP-Urkunde rechnen Sie mit 6–10 Wochen. In der Heizperiode (Oktober–März) können Wartezeiten länger sein, da viele Berater ausgelastet sind.

Auswahlkriterien für Energieberater

  • dena-Listung: Pflicht für BAFA-Förderung. Achten Sie auf die Kategorie Energieberatung Wohngebäude.
  • Erfahrung mit BEG: Fragen Sie nach Referenzen bei Effizienzhaus-Sanierungen und iSFP-Projekten.
  • Software-Ausstattung: Professionelle Berater arbeiten mit Software wie iSFP-Tool der dena, GEG-Tool, Hottgenroth, Evebi oder Dämmwerk.
  • Transparente Kostenkalkulation: Das Angebot sollte BAFA-Förderung und Eigenanteil klar ausweisen.
  • Regionale Nähe: Reduziert Anfahrtskosten und erleichtert Nachfragen während der Umsetzung.

Sanierungsfahrplan Software: Welche Tools nutzen Energieberater?

Energieberater verwenden spezialisierte Software zur Berechnung der Energiebilanz nach DIN V 18599 (Nichtwohngebäude und Wohngebäude) oder DIN V 4108-6 (vereinfachtes Verfahren für Wohngebäude). Die Software generiert automatisch das iSFP-Formblatt nach dena-Standard und ermöglicht Variantenvergleiche für verschiedene Sanierungsszenarien.

Marktführende iSFP-Software (Stand 2026)

Verbreitete Software für iSFP-Erstellung, Stand 2026

SoftwareAnbieterBesonderheit
iSFP-Tooldena (kostenlos)Referenz-Tool, offizielle Vorlage, BAFA-kompatibel
HottgenrothHottgenroth Software GmbHMarktführer, integriert mit EnEV/GEG-Nachweis, Schnittstelle zu KfW-Portalen
EvebieLCA GmbHCloud-basiert, mobile App für Vor-Ort-Termine, automatisierte Fördermittel-Checks
DämmwerkKern IngenieurkonzepteFokus auf U-Wert-Berechnungen, detaillierte Bauteilkataloge
GEG-ToolBBSR (kostenlos)Offizielles Berechnungstool für GEG-Nachweise, iSFP-Export möglich

Als Immobilienbesitzer benötigen Sie diese Software nicht – die Erstellung ist Aufgabe des Energieberaters. Jedoch kann es hilfreich sein, im Erstgespräch zu fragen, welche Software verwendet wird, um die Professionalität einzuschätzen. Berater, die ausschließlich Excel-Tabellen nutzen, erfüllen meist nicht die dena-Anforderungen.

Hinweis: foerdercheckpro.de bietet keine iSFP-Erstellung, aber Energieberater können die Plattform nutzen, um Fördermittel-Kombinationen für ihre Kunden zu berechnen und iSFP-Maßnahmen mit aktuellen BEG-Sätzen zu hinterlegen.

iSFP und BEG: Integration in den Förder-Workflow

Der iSFP ist nicht nur ein Planungsdokument, sondern integraler Bestandteil des BEG-Förder-Workflows. Energieberater, Architekten und Baufinanzierer nutzen ihn zur Vorbereitung von KfW-Anträgen (KfW 261, KfW 458) und BAFA-Anträgen (BEG EM).

Zeitliche Abfolge: iSFP → Maßnahmenumsetzung → Förderantrag

  1. iSFP erstellen lassen (BAFA-gefördert, 6–10 Wochen)
  2. iSFP-Urkunde erhalten (Gültigkeit 15 Jahre)
  3. Maßnahme planen: Angebote von Fachunternehmen einholen, Kostenvoranschläge (mind. zwei Vergleichsangebote empfohlen)
  4. Förderantrag stellen: Bei KfW oder BAFA, zwingend vor Vertragsschluss mit Handwerker. iSFP-Urkunde hochladen, um Bonus zu aktivieren.
  5. Maßnahme umsetzen: Nach Förderzusage, Dokumentation der Rechnungen und technischen Nachweise (U-Werte, Datenblätter)
  6. Verwendungsnachweis einreichen: Nach Fertigstellung, durch Energieberater oder Fachunternehmer (je nach Programm)

Achtung: Achtung: Der iSFP-Bonus verfällt, wenn Sie Maßnahmen mehr als 15 Jahre nach iSFP-Erstellung umsetzen. Priorisieren Sie daher die ersten 1–2 Maßnahmen innerhalb der ersten 5 Jahre.

Für Effizienzhaus-Sanierungen (KfW 261) ist zusätzlich eine Baubegleitung durch einen Energieberater Pflicht. Diese kann derselbe Berater sein, der den iSFP erstellt hat. Die Baubegleitung wird mit 50 % der Kosten, maximal 5.000 € pro Vorhaben (EFH/ZFH) gefördert und ist Voraussetzung für die Auszahlung des Tilgungszuschusses.

iSFP-Alternativen: Wann reicht ein Energieausweis oder eine Standard-Beratung?

Nicht jede Sanierung erfordert einen vollständigen iSFP. In folgenden Fällen können Sie auf ihn verzichten – mit entsprechenden Abstrichen bei Förderung oder Planungstiefe:

Energieausweis (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)

Zweck: Gesetzliche Pflicht bei Verkauf/Vermietung (§ 80 GEG), zeigt Energieklasse (A+ bis H) und Primärenergiebedarf. Umfang: 5–10 Seiten, keine Maßnahmenplanung, nur allgemeine Modernisierungsempfehlungen. Kosten: 80–500 €, keine Förderung. Fazit: Reicht für Verkauf/Vermietung, aber nicht für BEG-Förderung.

Initialberatung oder Online-Fördermittel-Check

Plattformen wie foerdercheckpro.de bieten einen ersten Überblick über Förderhöhen und Maßnahmen-Kombinationen. Sie ersetzen keinen iSFP, helfen aber bei der Entscheidung, ob sich ein iSFP lohnt. Für Einzelmaßnahmen ohne iSFP-Bonus (z. B. einfacher Fensteraustausch) kann ein Fördermittel-Check ausreichen.

Wann lohnt sich der iSFP definitiv?

  • Geplante Investition > 30.000 €: Der 5-%-Bonus amortisiert die iSFP-Kosten ab ca. 25.000 € Investitionsvolumen.
  • Mehrstufige Sanierung: Sie möchten über 5–10 Jahre mehrere Maßnahmen umsetzen (z. B. erst Dämmung, dann Heizung) und den Bonus für jede Stufe nutzen.
  • Effizienzhaus-Sanierung: Für KfW 261 ist der iSFP quasi obligatorisch, um die Maßnahmen abzustimmen und den Tilgungszuschuss zu maximieren.
  • Denkmalschutz oder WPB-Gebäude: Hier ist der iSFP Pflicht (siehe Abschnitt oben).

Tipp: Faustregel: Bei Investitionen unter 15.000 € und nur einer Einzelmaßnahme (z. B. Heizungsoptimierung) kann auf den iSFP verzichtet werden. Ab 25.000 € Investition rechnet sich der iSFP durch den Bonus fast immer.

Häufige Fragen

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) für mein Haus?

Die Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan liegen in der Regel zwischen 500 und 1.800 Euro, abhängig von der Gebäudegröße, dem Sanierungszustand und dem Aufwand der Energieberatung. Bei einem typischen Einfamilienhaus (ca. 150 m²) können Sie mit durchschnittlich 800 bis 1.200 Euro rechnen.

Die gute Nachricht: Das BAFA fördert die Energieberatung für Wohngebäude mit 80 % der förderfähigen Kosten, maximal 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei Mehrfamilienhäusern (ab drei Wohneinheiten) sind bis zu 1.700 Euro Zuschuss möglich. Ihr Eigenanteil beträgt damit oft nur 200 bis 400 Euro.

Tipp: Zusätzlich erhalten Sie einen 5-%-iSFP-Bonus auf die KfW-Sanierungsförderung (z. B. KfW 261), wenn Sie die empfohlenen Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren umsetzen. Bei einem Sanierungskredit von 120.000 Euro sind das 6.000 Euro Extra-Zuschuss.

Wie lange dauert die Erstellung eines Sanierungsfahrplans?

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum fertigen iSFP vergehen in der Regel 4 bis 8 Wochen. Der Prozess gliedert sich in mehrere Schritte:

  1. Vor-Ort-Termin (2–3 Stunden): Der zertifizierte Energieberater begutachtet Ihr Gebäude, erfasst Baujahr, Dämmzustand, Heizungsanlage und fotografiert relevante Details.
  2. Analyse und Berechnung (1–2 Wochen): Erstellung der Energiebilanz, Berechnung von Einsparpotentialen und Wirtschaftlichkeit verschiedener Maßnahmen.
  3. Erstellung des iSFP-Dokuments (1–2 Wochen): Ausarbeitung des Sanierungsfahrplans gemäß BAFA-Anforderungen mit Maßnahmenkatalog, Zeitplan und Fördermittelübersicht.
  4. Abschlussgespräch (ca. 1 Stunde): Erläuterung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen.

Die tatsächliche Dauer hängt auch von der Auslastung des Energieberaters ab. In Hochphasen (z. B. nach Förderprogramm-Starts) können Wartezeiten von 2–4 Wochen bis zum ersten Termin hinzukommen.

Welche Voraussetzungen muss mein Gebäude für einen iSFP erfüllen?

Die geförderte BAFA-Energieberatung für Wohngebäude, die Grundlage für den iSFP ist, setzt voraus:

  • Bauantragsdatum vor dem 1. Januar 2002 (bei Wohngebäuden) bzw. Fertigstellung vor über 5 Jahren bei gewerblich genutzten Gebäuden mit Wohnanteil
  • Mindestens 50 % Wohnfläche bei Mischnutzung (z. B. Gewerbe im Erdgeschoss, Wohnung darüber)
  • Eigentümer, Mieter oder Pächter des Gebäudes können die Beratung beauftragen
  • Gebäude steht in Deutschland und wird zum Wohnen genutzt

Neubauten oder kürzlich fertiggestellte Gebäude (nach 2002) sind von der BAFA-Förderung ausgeschlossen, können aber auf eigene Kosten einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Der 5-%-iSFP-Bonus bei der KfW-Förderung gilt jedoch nur für geförderte iSFP nach BAFA-Standard.

Wer darf einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen?

Einen förderfähigen iSFP dürfen ausschließlich zertifizierte Energieberater erstellen, die in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (dena-Liste) eingetragen sind. Diese Liste wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) verwaltet.

Zugelassen sind unter anderem:

  • Architekten und Bauingenieure mit Zusatzqualifikation Energieberatung
  • Handwerksmeister (z. B. Maurer, Zimmerer) mit anerkannter Fortbildung
  • Techniker und Ingenieure der Fachrichtungen Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik sowie Elektrotechnik
  • Energieberater mit abgeschlossener Qualifikation nach dena-Standard

Hinweis: Prüfen Sie die Qualifikation Ihres Beraters über die Energie-Effizienz-Expertenliste (www.energie-effizienz-experten.de). Nur dort gelistete Experten berechtigen Sie zum BAFA-Zuschuss und KfW-iSFP-Bonus. Stand 2026 sind bundesweit ca. 15.000 Energieberater registriert.

Wann lohnt sich ein Sanierungsfahrplan für mein Haus?

Ein individueller Sanierungsfahrplan lohnt sich besonders in folgenden Situationen:

  • Sie planen umfassende Sanierungsmaßnahmen (Dämmung, Fenster, Heizung) über mehrere Jahre verteilt und möchten die optimale Reihenfolge ermitteln
  • Sie möchten KfW-Förderung für eine Sanierung zum Effizienzhaus beantragen und den 5-%-iSFP-Bonus (bis zu 6.000 Euro zusätzlich) sichern
  • Ihr Gebäude ist Baujahr vor 1995 und Sie sind unsicher, wo die größten Energieverluste auftreten
  • Sie haben bereits erste Maßnahmen umgesetzt (z. B. neue Heizung) und möchten wissen, welche Schritte als nächstes sinnvoll sind
  • Sie planen einen Immobilienverkauf mittelfristig: Ein iSFP steigert die Attraktivität und kann als Verkaufsargument dienen

Weniger sinnvoll ist ein iSFP bei Einzelmaßnahmen ohne weiteren Sanierungsplan (z. B. nur Heizungstausch) oder wenn Ihr Gebäude bereits Effizienzhaus-55-Standard oder besser erreicht. In diesen Fällen reicht oft eine einfachere BAFA-Vor-Ort-Beratung ohne iSFP-Zertifizierung.