Eine Kerndämmung (Einblasdämmung) kostet 2026 bei zweischaligem Mauerwerk typischerweise rund 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, für ein Einfamilienhaus meist zwischen 2.500 und 6.000 Euro. Damit zählt sie zu den günstigsten Dämmmaßnahmen an der Fassade. Die Spanne ergibt sich aus Dämmstoff, Hohlschichtdicke, Zugänglichkeit und Region.
Dieser Ratgeber ordnet die Preise nach Bauteil ein, rechnet ein Beispiel für ein Einfamilienhaus durch und zeigt, wann sich die Maßnahme amortisiert. Außerdem erfahren Sie, welche BEG-Förderung gilt und was beim Antrag zu beachten ist. Alle Preise sind Orientierungswerte (Stand 2026); verbindlich sind nur Angebote von Fachbetrieben.
Förderung der Kerndämmung über BEG EM (Stand 2026)
Die Kerndämmung zählt zur Gebäudehülle und ist in der BEG EM als Wärmedämmung der Außenwand förderfähig, ausdrücklich auch als Kern- oder Einblasdämmung. Der BAFA-Zuschuss beträgt 15 % Grundförderung. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt er um 5 Prozentpunkte auf insgesamt 20 %. Dieser Wert ist eine Obergrenze: Der iSFP-Bonus liegt innerhalb der 20 %, eine höhere Summe gibt es nicht.
Seit dem 21. Juli 2026 gelten die neuen BEG-Konditionen. Der iSFP-Bonus setzt ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 € brutto voraus und wirkt nur auf die Ausgaben oberhalb des Deckels ohne iSFP. Die Kostengrenze liegt bei 30.000 € je Wohneinheit, mit iSFP bei 60.000 € für die erste Wohneinheit. Der Höchstzuschuss beträgt 4.500 € je Wohneinheit ohne iSFP und 12.000 € mit iSFP.
Der Liefer- oder Leistungsvertrag muss vor dem BAFA-Antrag mit einer aufschiebenden Bedingung geschlossen werden. Ein Vertrag ohne Bedingung oder ein Baubeginn vor dem Antrag gilt als förderschädlicher Vorhabenbeginn.
Die Förderquote bezieht sich auf die anerkannten Kosten, nicht auf den Rechnungsbetrag. Skonto, Rabatte, Cashback oder Versicherungsleistungen mindern die förderfähigen Kosten. Wer Kerndämmung und Fassadendämmung kombiniert, sollte beides im selben Antrag bündeln, weil die Kostengrenze je Wohneinheit gilt.
Am selben Gebäude ist die Kerndämmung über BEG EM nicht mit einem KfW-261-Effizienzhauskredit kombinierbar. Die Wahl zwischen Einzelmaßnahmen und Effizienzhaus-Sanierung sollte deshalb vor dem ersten Auftrag fallen. Die Förderdaten gelten vorbehaltlich der Prüfung auf bafa.de, Stand 2026.
Eignung der Außenwand prüfen: Hohlraum, Feuchte und Wandaufbau
Eine Kerndämmung ist nur dann sinnvoll, wenn der Wandaufbau einen geeigneten Hohlraum aufweist und die Außenwand trocken ist. Feuchteschäden müssen vor der Einblasung behoben werden, denn Dämmstoff verdeckt Ursachen und verschlechtert den Zustand. Der Passivhaus-Leitfaden betont, dass Feuchteursachen zuerst zu klären sind; kapillaraktive oder dampfoffene Aufbauten beheben keine Feuchte.
Als Erstabschätzung helfen die statistischen U-Werte deutscher Wohngebäude nach Baujahr. Der Bedarfsausweis hat immer Vorrang. Die Bauteilaufnahme durch einen Energieeffizienz-Experten ersetzt diese Tabelle nicht.
Baujahr | Außenwand U-Wert in W/(m²·K) | BEG-EM-Anforderung für erneuertes Bauteil |
|---|---|---|
1958–1968 | 1,1–1,5 | U ≤ 0,20 (gegen Außenluft) |
1969–1977 | 0,9–1,4 | U ≤ 0,20 (gegen Außenluft) |
1978–1983 | 0,7–1,0 | U ≤ 0,20 (gegen Außenluft) |
Typische U-Werte unsanierter Außenwände (TABULA-Mittelwerte, Erstabschätzung)
Die BEG-EM-Anforderung von U ≤ 0,20 W/(m²·K) gilt für das erneuerte Bauteil. Eine Kerndämmung verbessert die Wand nur, wenn der Hohlraum vollständig und gleichmäßig gefüllt werden kann. Ob das gelingt, zeigt erst die Hohlraumprüfung vor Ort.
Vor dem Angebot klären
Feuchteschäden, Schlagregenspuren und aufsteigende Feuchte sind dokumentiert und behoben
Der Hohlraum der Außenwand ist bekannt und durch Bohrprobe oder Bauteilöffnung geprüft
Der Wandaufbau ist mit Baujahr und Bauplänen abgeglichen
Ein Energieeffizienz-Experte hat den Zustand bewertet und die Maßnahme begründet
Der Dämmstoff ist für den Hohlraum zugelassen, Brandschutzanforderungen sind geklärt
Anschlüsse an Fenster, Decken und Sockel sind im Angebot berücksichtigt
Das Angebot nennt Dämmstoff, Einblasmenge und Nachweis der Ausführung
Häufige Fragen
Was kostet eine Einblasdämmung pro Quadratmeter?
Eine Einblasdämmung kostet 2026 bei der Kerndämmung etwa 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Auf dem Dachboden liegen die Preise je nach Dämmstoff bei etwa 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.
Wie viel kostet eine Einblasdämmung für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus fallen meist 2.500 bis 6.000 Euro an. Entscheidend sind Wandfläche, Hohlschichtdicke und Dämmstoff.
Wann amortisiert sich eine Einblasdämmung?
Die Amortisationszeit hängt von Ihrem Heizverbrauch, Energiepreis und Eigenanteil ab und fällt wegen der niedrigen Kosten meist kürzer aus als bei WDVS. Eine belastbare Zahl liefert nur die Rechnung mit Ihren Verbrauchsdaten.
Gibt es eine Förderung für die Einblasdämmung und wie hoch ist sie?
Ja, das BAFA fördert die Einblasdämmung als BEG-Einzelmaßnahme mit 15 Prozent, mit iSFP-Bonus höchstens 20 Prozent (Stand 2026). Der Antrag muss vor Beginn gestellt werden.
Welches Dämmmaterial ist für die Einblasdämmung am besten geeignet?
Für die Hohlschicht eignen sich EPS-Perlen, Perlite und Mineralwolle; für Dachboden und Balkenfächer Zellulose, Holzfaser oder Steinwolle. Die beste Wahl hängt von Brandschutz, Hohlschichtdicke und Budget ab.
Kann ich die Einblasdämmung selbst durchführen und was kostet das?
Ja, auf dem Dachboden ist Eigenleistung mit geliehener Einblasmaschine möglich und spart Lohnkosten. Eine Förderung entfällt in der Regel, bei der Kerndämmung raten wir vom Selbermachen ab.
Verursacht eine Einblasdämmung Schimmel?
Nein, eine fachgerechte Einblasdämmung verursacht nicht automatisch Schimmel. Probleme entstehen bei vorhandener Feuchte oder undichter Außenschale, die vorab behoben werden müssen.
Was bringen 4 cm Einblasdämmung?
Auch 4 cm Einblasdämmung verbessern den U-Wert einer ungedämmten Hohlschicht merklich, weil die Luftschicht durch Dämmstoff ersetzt wird. Die genaue Einsparung bestimmt ein Energieberater objektbezogen.
Fazit
Die Kerndämmung ist 2026 eine der günstigsten Fassadenmaßnahmen: 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter, für ein Einfamilienhaus meist 2.500 bis 6.000 Euro. Voraussetzung ist eine nutzbare Hohlschicht. Beachten Sie Mindestkosten, den Förderantrag vor Auftragsvergabe und die Prüfung auf Feuchte.
Als nächsten Schritt empfehlen wir den kostenlosen Sanierungscheck von FörderCheckPro: Er zeigt Ihnen, welche Förderung für Ihr Haus infrage kommt und wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt.
Sanierungskosten 2026: Was Haus und Wohnung wirklich kosten → KfW-Förderung für das Einfamilienhaus 2026: Programme, Beträge und Antragsweg → Serielle Sanierung Förderung: KfW-Programme, Kosten und technische Anforderungen (Stand 2026) → KfW Foerderung Bestandsimmobilie ↗ BAFA Energieeffizienz ↗