Eine Kerndämmung (Einblasdämmung in die Hohlschicht von zweischaligem Mauerwerk) kostet 2026 typischerweise etwa 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, ein Einfamilienhaus liegt damit meist bei wenigen tausend Euro. Damit zählt sie zu den günstigsten Dämmmaßnahmen an der Fassade, sofern Ihr Haus eine passende Hohlschicht besitzt.
Dieser Ratgeber zeigt die Preisspannen nach Bauteil und Dämmstoff, rechnet ein Einfamilienhaus mit Mindestkosten durch und erklärt Amortisation, BEG Förderung und Schimmelrisiko. Alle Preise sind Orientierungswerte (Stand 2026) und schwanken je nach Region, Auslastung der Betriebe und Zugänglichkeit. Verbindliche Zahlen liefern nur Angebote von Fachbetrieben.
Was kostet eine Einblasdämmung pro Quadratmeter?
Die Kosten pro Quadratmeter für Kerndämmung liegen bei Fachbetrieben üblicherweise zwischen etwa 15 und 40 Euro pro Quadratmeter Wandfläche. Der Preis hängt vor allem von der Dicke der Hohlschicht und vom Dämmstoff ab. Diese Werte sind Marktorientierung, keine amtlichen Zahlen.
Hohlschicht | Typische Kosten pro m² Wandfläche | Hinweis |
|---|---|---|
3 bis 5 cm | ca. 15 bis 30 € | weniger Material, Bohr- und Einblasaufwand bleibt ähnlich |
6 bis 8 cm | ca. 25 bis 40 € | mehr Material, bessere Dämmwirkung |
Orientierungswerte Kerndämmung nach Hohlschichtdicke (Stand 2026, keine verbindlichen Angebotspreise)
Ein Teil der Kosten ist unabhängig von der Dicke: Bohren, Verschließen der Löcher, Anfahrt und Baustelleneinrichtungskosten. Deshalb ist die dickere Hohlschicht pro Zentimeter Dämmung günstiger. Die Kosten pro Kubikmeter erhalten Sie, indem Sie den Quadratmeterpreis durch die Schichtdicke in Metern teilen: 30 Euro pro m² bei 6 cm entsprechen 500 Euro pro m³.
Auch 4 cm Dämmschicht senken den Wärmeverlust der Wand deutlich, weil eine ungedämmte Hohlschicht kaum bremst. Wie stark, hängt vom Ausgangs-U-Wert und vom Dämmstoff ab. Eine belastbare Einsparung nennt nur eine Berechnung für Ihr Haus.
Kosten je Bauteil: Kerndämmung, Dachboden, Dach, Keller
Einblasdämmung eignet sich nicht nur für die Fassade, sondern auch für Hohlräume in Decken und Dächern. Die Spannen unterscheiden sich stark, weil Zugänglichkeit und Dämmstoff den Preis bestimmen. Quellen nennen etwa für Dachböden 25 bis 85 Euro pro Quadratmeter. Die Streuung erklärt sich so: Ein nicht begehbarer, leicht zugänglicher Dachboden mit loser Zellulose liegt am unteren Ende, eine ausgebaute Dachschräge mit Holzfaser oder aufwendigem Zugang am oberen.
Bauteil | Verfahren | Typische Kosten pro m² |
|---|---|---|
Außenwand mit Hohlschicht | Kerndämmung, Einblasdämmung | ca. 15 bis 40 € |
Dachboden, nicht begehbar | Einblasen von Zellulose oder Steinwolle | ca. 25 bis 50 € |
Dachschräge, Zwischensparrendämmung | Einblasen in Gefache | ca. 45 bis 90 € |
Holzbalkendecke | Einblasen in Hohlräume | ca. 30 bis 60 € |
Kellerdeckendämmung | meist Platten, teils Einblasen | ca. 25 bis 60 € |
Orientierungswerte nach Bauteil (Marktspannen, Stand 2026, keine amtlichen Preise)
Beim Flachdach ist Einblasdämmung nur bei vorhandenen Hohlräumen möglich. Für massive Wände ohne Hohlschicht kommt stattdessen ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) in Frage; es ist deutlich teurer und liegt je nach Ausführung oft im dreistelligen Euro-Bereich pro Quadratmeter. Zur obersten Decke finden Sie Details im Ratgeber zur obersten Geschossdecke.
Oberste Geschossdecke dämmen: Kosten, Dämmstärke und Förderung 2026 →Was beeinflusst den Preis einer Einblasdämmung?
Fünf Faktoren bestimmen die Rechnung für Ihre Einblasdämmung: Dämmstoff, Hohlschichtdicke, Zugänglichkeit, Gebäudehöhe und Region. Handwerkerpreise unterscheiden sich regional spürbar, in Ballungsräumen mit hoher Auslastung liegen Angebote oft höher. Holen Sie mindestens drei Angebote ein.
Dämmstoff: Glaswolle und Steinwolle sind in der Regel günstiger, Zellulose und Holzfaser liegen oft darüber. EPS-Perlen und Perlite sind gängige Materialien für die Hohlschicht und unterscheiden sich in Preis und Wärmeleitgruppe.
Zugänglichkeit: Gerüst, enge Dachböden oder hohe Fassaden erhöhen den Aufwand.
Mindestkosten: Viele Betriebe berechnen Mindestmengen oder Mindermengenzuschläge. Bei kleinen Teilflächen sind Pauschalen von mehreren hundert Euro möglich. Fragen Sie danach im Angebot.
Nebenkosten: Baustelleneinrichtungskosten, Entsorgungskosten für alten Dämmstoff und Putzausbesserung.
Vorprüfung: Eine Endoskopie der Hohlschicht klärt vorab, ob sie leer, ausreichend breit und trocken ist.
Typisch sind Häuser aus den 1950er- bis 1980er-Jahren mit Verblendmauerwerk (Klinker) und Gesamtwanddicke von etwa 30 bis 40 cm. Ein Hinweis ist ein Wechsel von Binder- und Läuferschichten fehlt im Klinker. Sicherheit gibt nur eine Bohrung mit Endoskop durch einen Fachbetrieb oder die Energieberatung.
Beispielrechnung Einfamilienhaus
Die folgende Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus zeigt die Größenordnung. Annahmen: 110 m² dämmbare Außenwandfläche mit Hohlschicht von 6 cm, 30 Euro pro m² sowie 60 m² nicht begehbarer Dachboden mit 35 Euro pro m². Es handelt sich um Annahmen innerhalb der oben genannten Spannen, nicht um ein Angebot.
Position | Menge | Preis | Summe |
|---|---|---|---|
Kerndämmung Fassade | 110 m² | 30 €/m² | 3.300 € |
Dachboden, Zellulose | 60 m² | 35 €/m² | 2.100 € |
Nebenkosten (Baustelle, Verschluss) | pauschal | ca. 400 € | |
Gesamt | ca. 5.800 € |
Beispielrechnung Einfamilienhaus (Annahmen, Stand 2026)
Bei einer kleinen Teilfläche von 20 m² Wand wirken Mindestkosten stark: Statt 600 Euro nach Quadratmeterpreis kann das Angebot wegen Mindestmenge deutlich höher ausfallen. Bündeln Sie deshalb Maßnahmen in einem Auftrag. Weitere Einordnung der Gesamtkosten bietet der Sanierungscheck.
Wirtschaftlichkeit und Amortisationszeit
Die Amortisationszeit einer Kerndämmung ist kurz, weil die Investition niedrig ist. Eine feste Jahreszahl gilt nicht für jedes Haus. Sie hängt von Ihrem Verbrauch, dem Energiepreis und dem Ausgangszustand der Wand ab. Je schlechter der U-Wert vorher, desto höher die Heizkosteneinsparung.
So rechnen Sie selbst: Teilen Sie die Kosten nach Förderung durch die jährliche Heizkosteneinsparung. Beispiel mit angenommenen Werten: 5.800 Euro Kosten, 15 % Förderung (870 Euro) ergeben 4.930 Euro Eigenanteil. Sparen Sie 400 Euro pro Jahr, beträgt die Amortisation gut 12 Jahre. Die Einsparung ist hier eine Annahme; eine belastbare Zahl ermittelt die Energieberatung.
Zur Rendite einer Sanierung insgesamt, auch bei vermieteten Objekten, hilft dieser Beitrag:
Sanierung Rendite berechnen: ROI-Kalkulation für Immobilieninvestoren →Förderung: BEG und steuerlicher Abzug
Die BEG Förderung für Dämmung als Einzelmaßnahme beträgt 15 % Zuschuss vom BAFA, mit gültigem iSFP-Bonus maximal 20 % (Stand 2026). Der iSFP-Bonus liegt innerhalb des 20-%-Deckels. Seit 21.07.2026 setzt er ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro voraus. Für eine reine Kerndämmung wie im Beispiel gelten daher 15 %.
Die förderfähigen Kosten liegen bei 30.000 Euro pro Wohneinheit, mit iSFP bis 60.000 Euro. Bei Investitionen über 3.000 Euro ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Er stellt die Fachunternehmererklärung bzw. Bestätigung aus, und die Technischen Projektbeschreibung (TPB) ist Voraussetzung des Antrags.
Ablauf BAFA-Antrag
Energieeffizienz-Experten beauftragen
Er prüft Hohlschicht und U-Wert und erstellt die TPB.
Angebote einholen
Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung schließen, wirksam erst mit Förderzusage.
Antrag im BAFA-Kundenportal stellen
Ein Vertrag ohne Bedingung oder Baubeginn vor dem Antrag ist förderschädlich.
Maßnahme umsetzen
Beginn erst nach Eingangsbestätigung, auf eigenes Risiko.
Verwendungsnachweis einreichen
Rechnungen, Fachunternehmererklärung und Bestätigung hochladen.
Alternativ gibt es den Steuerbonus nach §35c EStG: 20 % über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro, nur für selbst genutztes Wohneigentum über zehn Jahre Alter. Er ist mit BEG für dieselbe Maßnahme nicht kombinierbar.
BEG Einzelmaßnahmen Förderung 2026 → Energetische Sanierung steuerlich absetzen →Fachbetrieb oder Eigenleistung
Eine Kerndämmung in die Fassade sollten Sie nicht selbst ausführen. Das Einblasen erfordert Spezialgeräte, Erfahrung und eine saubere Vorprüfung der Hohlschicht. Fehler führen zu Hohlstellen, Setzungen oder Austritt von Dämmstoff bei späteren Fassadenarbeiten. Fördermittel erhalten Sie zudem nur mit Fachunternehmererklärung.
Bei Eigenleistung können Privatpersonen nach BEG-Regeln nur Materialkosten ansetzen. Für Dachboden-Schüttungen sind einfache Arbeiten wie das Auslegen von Platten machbar. Rechnen Sie hier mit Materialkosten, die oft unter der Hälfte des Fachbetriebspreises liegen können, aber ohne Förderung bei Eigenverlegung ohne Fachbetriebserklärung. Prüfen Sie dies vorab mit Ihrem Energieeffizienz-Experten.
Energieberater finden →Vor- und Nachteile sowie Schimmelrisiko
Vorteile: geringe Kosten, kurze Bauzeit von oft ein bis zwei Tagen, keine Veränderung der Fassadenoptik, kein Gerüst in vielen Fällen.
Nachteile: nur bei ausreichender Hohlschicht möglich, begrenzte Dämmdicke, Ergebnis hängt stark von der Ausführung ab.
Schimmelrisiko: Eine fachgerechte Einblasdämmung verursacht in der Regel keinen Schimmel. Risiken entstehen bei feuchter Hohlschicht, Schlagregen durch defekte Verblendung oder Wärmebrücken. Klären Sie Feuchteursachen vor der Dämmung.
Bei der Wahl des Materials zählen Wärmeleitgruppe, Brandschutz und Feuchteverhalten. Für die Hohlschicht eignen sich hydrophobierte Granulate wie EPS-Perlen oder Perlite sowie Mineralwolle. Zellulose und Holzfaser kommen eher in Dach und Decke zum Einsatz.
Häufige Fragen
Was kostet eine Einblasdämmung pro Quadratmeter?
Eine Einblasdämmung kostet 2026 je nach Bauteil etwa 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter bei der Kerndämmung und etwa 25 bis 90 Euro bei Dachboden und Dachschräge. Es sind Marktspannen, die je nach Region, Dämmstoff und Zugänglichkeit abweichen.
Wie viel kostet eine Einblasdämmung für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus fallen bei Fassade und Dachboden zusammen häufig rund 4.000 bis 8.000 Euro an. Das Beispiel in diesem Ratgeber kommt auf etwa 5.800 Euro. Maßgeblich sind Fläche, Hohlschichtdicke und Mindestkosten.
Wann amortisiert sich eine Einblasdämmung?
Die Amortisationszeit liegt bei einer Kerndämmung häufig im Bereich von etwa 8 bis 15 Jahren, abhängig von Verbrauch, Energiepreis und Zustand der Wand. Das ist eine Orientierung; Ihre Energieberatung kann sie objektbezogen berechnen.
Gibt es eine Förderung für die Einblasdämmung und wie hoch ist sie?
Ja, das BAFA fördert Dämmung als Einzelmaßnahme mit 15 % (Stand 2026). Mit iSFP-Bonus sind maximal 20 % möglich, der Bonus setzt seit 21.07.2026 mindestens 30.000 Euro förderfähige Investition voraus. Der Antrag muss vor dem Maßnahmenbeginn gestellt werden.
Welches Dämmmaterial ist für die Einblasdämmung am besten geeignet?
Für die Hohlschicht von zweischaligem Mauerwerk eignen sich vor allem EPS-Perlen, Perlite und Mineralwolle (Glaswolle, Steinwolle). Im Dachbereich sind Zellulose und Holzfaser verbreitet. Die Wahl hängt von Wärmeleitgruppe, Brandschutz, Feuchte und Budget ab.
Kann ich die Einblasdämmung selbst durchführen und was kostet das?
Eine Kerndämmung der Fassade sollten Sie vom Fachbetrieb ausführen lassen, weil Spezialtechnik nötig ist. Nur einfache Dachbodenarbeiten sind in Eigenleistung realistisch. Fördermittel erfordern in der Regel die Fachunternehmererklärung.
Was kostet die Dämmung eines nicht begehbaren Dachbodens?
Die Dämmung eines nicht begehbaren Dachbodens kostet meist etwa 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter bei Einblasen von Zellulose oder Steinwolle. Bei schwerem Zugang oder Holzbalkendecken kann es mehr sein.
Verursacht eine Einblasdämmung Schimmel?
Nein, fachgerecht eingebaute Einblasdämmung verursacht in der Regel keinen Schimmel. Probleme entstehen bei vorhandener Feuchte, undichter Verblendschale oder falschem Dämmstoff. Lassen Sie die Feuchteursache vorab klären.
Fazit
Die Kerndämmung gehört 2026 zu den günstigsten Fassadenmaßnahmen: etwa 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter, im Beispiel rund 5.800 Euro für Fassade und Dachboden. Prüfen Sie zuerst per Endoskopie, ob eine ausreichende Hohlschicht vorhanden ist, und stellen Sie den BAFA-Antrag vor dem Maßnahmenbeginn.
Mit dem kostenlosen Sanierungscheck von FörderCheckPro erhalten Sie eine erste Einordnung von Kosten und Förderung für Ihr Haus. Er ersetzt keine Energieberatung vor Ort, zeigt Ihnen aber, welche Schritte sich als Nächstes lohnen.
Sanierungscheck: Grenzen und Aussagekraft → Sanierungskosten 2026: Was Haus und Wohnung wirklich kosten → KfW-Förderung für das Einfamilienhaus 2026: Programme, Beträge und Antragsweg → Serielle Sanierung Förderung: KfW-Programme, Kosten und technische Anforderungen (Stand 2026) → KfW Foerderung Bestandsimmobilie ↗ BAFA Energieeffizienz ↗